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Ratgeber Magenkrebs

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Magenkrebs
Was ist Magenkrebs?

Es gibt verschiedene Arten von Magenkarzinomen. Am häufigsten tritt das sog. Adenokarzinom auf, das vom Drüsengewebe der Magenschleimhaut ausgeht. Diese Form von Magenkrebs wird, je nach Wachstumsart, in vier Typen unterschieden, den polypoiden, den ulzerierenden und den diffusen Typ sowie das Frühkarzinom. Wesentlich seltener sind sog. MALT-Lymphome, die im lymphatischen Gewebe des Magens auftreten und sog. Sarkome, die von den Muskeln ausgehen. In den meisten Fällen bricht die Erkrankung erst im höheren Alter aus. Aufgrund der eher unspezifischen Symptome, wie z. B. Übelkeit oder Bauchschmerzen wird Magenkrebs oft erst spät diagnostiziert.

Im Bereich Wissenswertes werden die verschiedenen Verfahren zur Diagnose von Magenkrebs detailliert für Sie erklärt. Sowohl die Magenspiegelung als auch die verschiedenen bildgebenden Verfahren wie z. B. die Computertomografie oder Ultraschallverfahren wie Sonografie und Endosonografie werden erläutert.

Bei Krebs kommt es zu einem unkontrollierten Prozess bei Zellteilung und -wachstum. Die Entstehung von Krebstumoren kann verschiedene Ursachen haben. Gründe für die Entstehung von Magenkrebs können u. a. eine falsche Ernährung oder starker Konsum von Nikotin sein. Auch Infektionen mit bestimmten Bakterien oder Vorerkrankungen des Magens wie z. B. eine chronische Magenschleimhaut sind mögliche Faktoren für die Entstehung. Inwieweit genetische Faktoren oder Stress als Auslöser für Magenkrebs infrage kommen, konnte noch nicht hinreichend geklärt werden. In den letzten Jahren konnte ein Rückgang bei der Zahl der Neuerkrankungen beobachtet werden.

Therapie Magenkrebs

Für die Therapie von Magenkrebs kommen i. d. R. drei Behandlungsarten infrage, die Operation, Chemo- und Strahlentherapie. Auch eine Kombination dieser Therapiemaßnahmen ist möglich. Chemo- und Strahlentherapie können entweder vor einer Operation zum Einsatz kommen, um den Tumor zu verkleinern oder danach, um mögliche Metastasen zu bekämpfen. Bei der Operation wird, je nach Art und Umfang des Tumors, entweder der gesamte Magen (Gastrektomie) oder Teile davon (subtotale Gastrektomie) entfernt. Es besteht auch die Möglichkeit, dass der Tumor bereits umliegendes Gewebe befallen hat. In diesem Fall wird eine erweiterte Gastrektomie durchgeführt.

Was ist Magenkrebs?

Gemäß den Schätzungen des Robert Koch-Instituts erkrankten in Deutschland im Jahr 2008 rund 9.210 Männer und 6.660 Frauen an einem bösartigen Tumor des Magens. Damit liegt der Magenkrebs bei den Krebsneuerkrankungen bei deutschen Männern an fünfter, bei den Frauen an sechster Stelle. Männer erkranken im Durchschnitt in einem Alter von 70 Jahren, Frauen im Mittel etwa fünf Jahre später. Da der Magenkrebs zu Beginn keine auffälligen Symptome verursacht, wird er oft so spät erkannt, dass die Aussichten auf eine Heilung eingeschränkt sind.

Das Magenkarzinom geht in 95 % der Fälle vom Drüsengewebe der Magenschleimhaut aus (Adenokarzinome). Magenkarzinome, die vom lymphatischen Gewebe des Magens ausgehen (MALT-Lymphome, sie zählen zu den sog. Non-Hodgkin-Lymphomen) bzw. von der Muskulatur (Sarkome), sind hingegen sehr selten. Die nachfolgenden Informationen zum Magenkrebs sind daher auf die am häufigsten vorkommende Magenkrebsform, das Adenokarzinom, bezogen.

Adenokarzinome können nach ihren unterschiedlichen Wachstumsformen in vier Typen untergliedert werden: Wächst der Tumor von der Magenwand in das Lumen hinein, spricht man vom polypoiden Typ (ca. 1/3 aller Magenkarzinome); hat der Tumor die Form eines Geschwürs, dann handelt es sich um ein ulzerierendes Adenokarzinom (ebenfalls ca. 1/3 aller Magenkrebsfälle). Vom diffusen Typ spricht man, wenn die Tumoren in das Magengewebe eindringen (ca. 1/10 der Magenkarzinome); vom Frühkarzinom ist die Rede, wenn der Magenkrebs örtlich begrenzt bleibt auf die Schleimhaut bzw. die darunterliegende Gewebsschicht. Der letztgenannte Typ hat eine vergleichsweise bessere Prognose als die anderen Formen. (at)

Symptome bei Magenkrebs

Zu Beginn verläuft die Erkrankung häufig noch symptomlos. Treten erste Symptome bei Magenkrebs auf, sind diese eher unspezifisch. Es kann zu Bauchschmerzen, Übelkeit oder einer plötzlichen Unverträglichkeit auf bestimmte Nahrungsmittel kommen. Diese Symptome machen es den Betroffenen meist schwer, die Krebserkrankung zu erkennen. Da Magenkrebs in der Mehrzahl der Fälle erst im hohen Alter auftritt, sollen v. a. ältere Menschen diese Anzeichen ernst nehmen und einen Arzt aufsuchen. Eine frühe Diagnose kann für den Erfolg der Behandlung von Magenkrebs entscheidend sein.

Eine gesunde Lebensführung kann Magenkrebs vorbeugen

Faktoren, die die Entstehung von Magenkrebs begünstigen können, sind der Konsum von Nikotin und Alkohol. Ein weiterer Auslöser kann eine sehr fettreiche Ernährung sein. Es empfiehlt sich deshalb, auf eine gesunde Lebensweise zu achten und sich v. a. vitaminreich zu ernähren. Die Faktoren, die Magenkrebs auslösen können, gehen allerdings über eine ungesunde Lebensweise hinaus. Bestimmte Bakterien oder Magenerkrankungen können ebenfalls Gründe für einen Ausbruch der Krankheit sein. Es kann somit auch bei einer gesunden Lebensweise zu Magenkrebs kommen.

 
Anke Tennemann